Der Big Man explodierte im entscheidenden Spiel 7 der Cavs gegen die Toronto Raptors und leistete einen großen Beitrag zum Lauf, der das Weiterkommen ermöglichte.
Die Vorzeichen vor dem Spiel waren klar: «Gewinne oder geh nach Hause». Der Sieger der Begegnung würde in die nächste Runde einziehen und in den Conference Semifinals auf die Detroit Pistons treffen, die sich in ihrem Spiel 7 gegen die enttäuschenden Orlando Magic ohne Franz Wagner durchsetzten. Für den Verlierer ist die Saison beendet.
Nachdem zuvor jedes der ersten sechs Spiele stets vom Gastgeber gewonnen wurde, war zu Beginn vom Heimvorteil der Cavs wenig zu sehen. Die Raptors, die nach dem absurden Buzzer-Beater von RJ Barrett in Spiel 6 das Momentum auf ihrer Seite hatten, führten den Großteil der ersten Hälfte und hatten im zweiten Viertel einen zweistelligen Vorsprung, bevor die Cavaliers und Allen aufdrehten.
Die Kanadier, die erneut auf All-Star Brandon Ingram verzichten mussten, stellten drei Minuten vor der Halbzeit durch einen Layup von Scottie Barnes auf 47:38 für den Außenseiter. Plötzlich jagten jedoch James Harden, Jaylon Tyson und Max Strus schnelle Dreier durch die Reuse und es ging mit einem 49:49-Unentschieden in die Kabine. Zuvor hatte Cleveland gerade einmal vier von 17 Versuchen von Downtown getroffen.
Auch die Pause konnte die Raptors nicht retten und die Cavs eröffneten das dritte Viertel direkt mit einem 9:0-Lauf. In insgesamt 15 Minuten vom zweiten bis in den dritten Abschnitt legten die Cavaliers einen 49:21-Run hin.
Während der entscheidenden Phase trafen die Cavs mehr als 50 Prozent aus dem Feld, machten aus 7 Ballverlusten der Raptors 14 eigene Punkte und holten sich 10 offensive Rebounds, die sie für 14 Second-Chance-Punkte nutzten. Allen schnappte sich beim Zwischenspurt glatt fünf Abpraller nach Fehlwürfen seiner eigenen Mitspieler und legte allein in der Viertelstunde ein Double-Double auf (14 Punkte, 10 Rebounds).
Allen auf den Spuren von LeBron James — Schröder fällt nur meckernd auf
Insgesamt beendete der Cavs-Center die Begegnung mit 22 Zählern (7/11 FG, 8/14 FT), 19 Rebounds (8 OR), 2 Assists, 2 Steals und 3 Blocks. Es war die beste Punkteausbeute in Allens bisheriger Playoff-Karriere. In einem Spiel 7 hatte zudem nur ein einziger Cavalier jemals mindestens 20 Punkte und 15 Rebounds gesammelt: LeBron James.
Zuvor hatte Allen in der Serie im Schnitt nicht einmal zehn Zähler pro Spiel aufgelegt, doch er explodierte im richtigen Moment. Unterstützung erhielt er vor allem von Donovan Mitchell, der ebenfalls 22 Punkte markierte. Harden nutzte für seine 18 Zähler vor allem den Weg über die Freiwurflinie (3/9 FG, 1/5 3FG, 11/13 FT) und auch Evan Mobley (13), Sam Merrill (13) und Strus (12) scorten zweistellig.
DBB-Kapitän Dennis Schröder, der in Spiel 5 aus dem Nichts zum Matchwinner mutierte, erwischte einen weiteren schwachen Abend in der Serie und blieb in seinen 13:32 Minuten blass. Gerade einmal einer seiner sieben Würfe fand den Weg ins Ziel. Zudem zählten die Statistiker nur einen Rebound und eine Vorlage. Mit -11 hatte er mit Abstand das schlechteste Plus-Minus-Rating seines Teams.
Nach der Partie erhielt er trotzdem ein Lob von Mitchell, der zuvor von Schröder nach einer schwachen Sequenz ordentlich zur Sau gemacht wurde. «Ich liebe es, wenn ich zur Verantwortung gezogen werde. Ich bin kein perfekter Spieler.» Weiter erklärte der Superstar, der in Spiel 5 freiwillig für Schröder auf der Bank blieb: «Es ist wichtig, dass er keine Angst hat, zu sagen, was er denkt. Und er hatte recht!»
«Noch nichts erreicht»: Cavs haben größere Ziele
Grundsätzlich wollte sich «Spida» trotz des Weiterkommens noch nicht allzu euphorisch zeigen. «Wir haben noch gar nichts erreicht. Das war nur die erste Runde.» Der Guard hat zwar noch nie in seiner Karriere die Playoffs verpasst, ist aber auch noch nie über die zweite Runde hinausgekommen.
Die Raptors hingegen müssen bei ihrer ersten Postseason-Teilnahme seit 2022 direkt wieder die Segel streichen. Barnes war mit 24 Punkten (8/14 FG, 7/7 FT) Topscorer und sammelte zudem 9 Rebounds und 6 Assists. Barrett hatte zwar nur einen Zähler weniger auf dem Konto, doch brauchte für seine 23 Punkte 25 Würfe.
Beide Teams hatten insgesamt ähnliche Quoten aus dem Feld vorzuweisen. Die Raptors trafen 44 Prozent aus dem Feld, 29 Prozent ihrer Dreier und 69 Prozent von der Linie. Die Cavaliers trafen 45 Prozent aus dem Feld, 28 Prozent ihrer Dreier und 73 Prozent von der Linie.
Die Cavs kamen allerdings deutlich häufiger an die Freiwurflinie, netzten mehr Dreier, dominierten am offensiven Brett mit 20 Rebounds und schnappten sich insgesamt 27 mehr Abpraller als die Raptors. «Wir haben heute noch einmal alles rausgehauen», zeigte sich Head Coach Darko Rajakovic dennoch stolz auf seine Truppe. «Unsere Jungs waren großartig. Wir haben es ihnen sehr schwer gemacht.»
NBA Playoffs 2026: Endergebnisse der 1. Runde
| Conference | Matchup | Stand |
|---|---|---|
| Western | Thunder (1) — Suns (8) | 4-0 |
| Western | Lakers (4) — Rockets (5) | 4-2 |
| Western | Nuggets (3) — Timberwolves (6) | 2-4 |
| Western | Spurs (2) — Trail Blazers (7) | 4-1 |
| Eastern | Pistons (1) — Magic (8) | 4-3 |
| Eastern | Cavaliers (4) — Raptors (5) | 4-3 |
| Eastern | Knicks (3) — Hawks (6) | 4-2 |
| Eastern | Celtics (2) — Sixers (7) | 3-4 |
