Bayern Münchens Sportvorstand Max Eberl soll Kontakt zu Mittelfeldspieler Felix Nmecha von Bundesligarivale Borussia Dortmund wegen eines möglichen Transfers in der Zukunft aufgenommen haben.
Nach Informationen der Sport Bild habe Eberl bei der Spielerseite angeklopft, um auszudrücken, dass es sich bei dem 25-Jährigen um einen «sehr interessanten Spieler» handele.
Der FC Bayern reiht sich damit in eine immer länger werdende Liste von Vereinen ein, die sich mit einer Verpflichtung Nmechas beschäftigen. Dieser sorgt gerade im Dress der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko für Furore. Bei den beiden DFB-Siegen gegen Curacao (7:1) und die Elfenbeinküste (2:1) gehörte er zu den stärksten Akteuren.
Dies weckt Begehrlichkeiten. Spekulationen um ein Interesse des spanischen Rekordmeisters Real Madrid, wo der neue Trainer Jose Mourinho ein Nmecha-Fan sein soll, kursierten bereits seit geraumer Zeit. Gemäß Sport Bild haben sich aber auch die Premier-League-Klubs Manchester City, Manchester United und FC Liverpool nach dem zentralen Mittelfeldmann «erkundigt». Für sie ist er angesichts seiner Ausbildung in der ManCity-Jugend und des damit verbundenen Status als «homegrown player» gleich doppelt interessant.
Felix Nmecha steht beim BVB bis 2030 unter Vertrag

Während der Spieler selbst einen Abgang in diesem Sommer nicht ausschließt und womöglich «ins Grübeln» kommen könnte, plant der BVB eigentlich fest mit ihm. Und die Dortmunder halten auch das Heft des Handelns in der Hand: Nmecha verlängerte erst vor wenigen Monaten seinen Vertrag vorzeitig bis 2030.
Der Kontrakt beinhaltet zwar eine Ausstiegsklausel samt einer festgeschriebenen Ablöse von 80 Millionen Euro, sie ist jedoch erst im Sommer 2027 aktivierbar. In den vergangenen Tagen hieß es, für einen möglichen Transfer zur kommenden Spielzeit liege die Schmerzgrenze der Schwarzgelben bei 120 Millionen Euro.
Für Nmecha überwiesen die Dortmunder 2023 rund 30 Millionen Euro Ablöse an den VfL Wolfsburg. Aufgrund diverser Verletzungen kam er bei den Schwarzgelben aber zunächst überhaupt nicht zurecht und galt schon als Transferflop. Generell wurde Nmechas Verpflichtung von den Anhängern des BVB äußerst kritisch gesehen, weil der tiefgläubige Evangelikale sich in den Sozialen Medien mehr als nur einen Ausrutscher erlaubte, homophobe und queerfeindliche Inhalte teilte und als Aushängeschild der durchaus kritisch beäugten Organisation ‘Ballers in God’ positioniert wurde.
Der Verein sah sich sogar in Person des heutigen Präsidenten Aki Watzke zu einer Klarstellung gezwungen. «Felix hat selbst betont, dass er alle Menschen respektiert und liebt, unabhängig von ihrer Hautfarbe, Religion oder sexueller Orientierung», wurde Watzke zitiert.
Rein sportlich hat sich Nmecha in der abgelaufenen Saison aber nichts zuschulden kommen lassen. Im Gegenteil: Nmecha war einer der großen positiven Erscheinungen der vergangenen BVB-Saison, die mit der Vize-Meisterschaft und der Champions-League-Qualifikation endete. In 42 Pflichtspielen kam Nmecha auf fünf Tore und drei Vorlagen.
FC Bayern hat auf Felix Nmechas Position keinen akuten Bedarf

Dass die Bayern sich grundsätzlich mit einem deutschen Spieler von Weltklassepotenzial beschäftigen klingt nicht besonders abwegig. Jedoch stellt sich in der aktuellen Gemengelage die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer prominenten Verpflichtung für das defensive, zentrale Mittelfeld. Zwar wird Leon Goretzka den Verein mit Auslaufen seines Vertrags zum 30. Juni verlassen, allerdings hat der FC Bayern sein Stammzentrum mit Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic längst gefunden und in Tom Bischof einen hochtalentierten ersten Ersatzmann zur Hand.
Auch Konrad Laimer könnte im Notfall hier aushelfen und zudem soll Rückkehrer Noel Aseko (per Rückkaufoption von Hannover 96) eine Chance bekommen, sich im Profikader des FCB festzuspielen. Auch auf Bara Sapoko Ndiaye, der sogar auf den WM-Zug mit dem Senegal aufgesprungen war, soll man intern große Stücke halten.
Außerdem stehen die Münchener vor den Transfers von Nathaniel Brown (23, Eintracht Frankfurt) und Ismael Saibari (25, PSV), die gemeinsam an Ablösesummen bereits über 100 Millionen Euro verschlingen dürften.
Auch die Sport Bild schreibt, es sei «unwahrscheinlich», dass sich der FCB bereits in diesem Sommer um Nmecha bemühe. Auf das Radar des deutschen Branchenprimus habe er es grundsätzlich aber geschafft.
Die Rekordverkäufe des BVB
| Spieler | Position | Verkauft an | Jahr | Ablöse |
| Ousmane Dembele | Angriff | FC Barcelona | 2017 | 148 Millionen Euro |
| Jude Bellingham | Mittelfeld | Real Madrid | 2023 | 127 Millionen Euro |
| Jadon Sancho | Angriff | Manchester United | 2022 | 85 Millionen Euro |
| Christian Pulisic | Angriff | FC Chelsea | 2018 | 64 Millionen Euro |
| Pierre-Emerick Aubameyang | Angriff | FC Arsenal | 2023 | 63,75 Millionen Euro |

