Serie A

"Als wäre ich auf dem Court gestorben": Ex-All-Star kämpft mit allen Mitteln ums Comeback

July 18, 2026Pablo Navarro4 мин

Victor Oladipo, einst ein aufstrebender NBA-Superstar, dessen Karriere durch schwere Verletzungen jäh unterbrochen wurde, kämpft nun auf ungewöhnliche Weise um eine Rückkehr in die Liga. Nach Jahren der Rehabilitation und des Comeback-Versuchs nutzt er soziale Medien und private Trainings, um NBA-Teams von seinem Wert zu überzeugen.

Oladipo, der zweimal zum All-Star gewählt wurde und 2023 mit den Miami Heat die NBA Finals erreichte, ist auch aktuell in Las Vegas präsent. Anstatt an der Summer League teilzunehmen, organisierte er eine private Trainingseinheit für Scouts und Trainer, deren Adressen er über soziale Medien bekannt gab. Sein Ziel ist klar: zurück in die NBA, mehr als drei Jahre nach seinem letzten Ligaspiel.

Der 34-jährige Oladipo gibt seinen Traum nicht auf. Er präsentiert sich regelmäßig auf sozialen Plattformen und signalisiert seine Bereitschaft. Anfang Juli erklärte er: "Ich weiß, dass ich noch viel zu geben habe, und ich liebe diesen Sport von ganzem Herzen. Ich möchte euch lieber zeigen, dass ich bereit bin, als meine Zeit damit zu verbringen, zu erklären, warum das so ist, oder euch mit Statistiken zu überschütten, um es zu beweisen."

Der erfahrene Spieler strebt nicht mehr die Rolle einer Top-Scoring-Option an, die ihn einst zu einem All-Star machte. Er bietet sich Teams an, die Wert auf Sieg, Mentoring und eine gute Passform legen. Doch wie konnte es zu dieser Situation kommen, in der er öffentlich um eine Chance bitten muss?

Oladipos schwieriger Karrierestart und der Weg zum Aufstieg

Seinen Karrierestart bei den Orlando Magic im Jahr 2013 als Nr. 2 Pick sah Oladipo noch nicht als Gewinner oder Mentor. Trotz guter Leistungen landete er hinter Michael Carter-Williams bei der Wahl zum Rookie of the Year auf dem zweiten Platz. In seinem zweiten Jahr steigerte er seine Punkteausbeute, doch das Team blieb sieglos, und die unklare Team-Konstellation mit anderen jungen Guards erschwerte die Entwicklung.

Oladipo selbst räumte später ein, dass die Zusammenarbeit im Team "fast so war, als hätten wir gegeneinander gespielt anstatt zusammen, um das Spiel zu gewinnen." Nach stagnierenden Leistungen wurde er 2016 zu den Oklahoma City Thunder getradet. Dort bildete er mit Russell Westbrook einen starken Backcourt und erreichte mit dem Team die Playoffs. Nach einer Vertragsverlängerung wurde er jedoch im Austausch für Paul George zu den Indiana Pacers geschickt.

Das Duell mit LeBron James und der Aufstieg zum All-Star

Bei den Pacers explodierte Oladipos Karriere: Er wurde zum Most Improved Player, zum All-Star, zum Top-Scorer und zum besten Balljäger der Liga. In den Playoffs 2018 lieferte er sich ein episches Duell mit LeBron James und den Cleveland Cavaliers. Obwohl die Pacers die Serie in Spiel 7 verloren, demonstrierte Oladipo seine Kampfstärke und seinen Willen, auch nach Rückschlägen zurückzukommen – ein Motto, das ihn fortan begleiten sollte.

Die fatale Verletzung und der Wendepunkt

Nach einer weiteren All-Star-Nominierung im Januar 2019 riss seine Quadrizepssehne im rechten Knie – eine Verletzung, die seine Karriere für immer verändern sollte. "Es hat sich angefühlt, als wäre ich auf dem Court gestorben", beschrieb er den Moment. Nach einer Operation, die er später als unpassend kritisierte, kämpfte er sich mühsam zurück.

371 Tage nach seiner Verletzung gab er ein emotionales Comeback, doch die Rückkehr zur alten Form gestaltete sich schwierig. Sein Ruf in der Liga litt unter Vertragsstreitigkeiten und weiteren Wechseln zu den Houston Rockets und Miami Heat. Die erneute Knieverletzung und Operation in Miami, trotz eines neuen Vertrags, war ein weiterer schwerer Schlag.

Wandervogel in der Liga und der Kampf um jede Chance

Obwohl er in den Playoffs 2023 mit den Heat die Finals erreichte, endete seine Zeit dort mit einer weiteren gerissenen Patellasehne – seinem letzten Spiel für ein NBA-Team. Nach Trades zu den Thunder und Grizzlies, die ihn schließlich aus dem Kader nahmen, musste er erneut lernen zu laufen.

Doch Oladipo ließ sich nicht unterkriegen. Er spielte in der Preseason für die Guangzhou Loong Lions und schloss sich dann der G-League an, wechselte zwischen Wisconsin Herd und Cleveland Charge. Trotz dieser Rückschläge kämpft er weiter um eine NBA-Chance.

Ein Mentor für die Zukunft?

Bei der diesjährigen NBA Draft wurde Oladipo als Botschafter eingesetzt und fiel durch seine Hilfsbereitschaft und sein Engagement für die Familien der Spieler auf. Ein Ex-Profi lobte ihn als potenziellen Mentor, der jedem Team eine Bereicherung sein könnte. Nun liegt es an den Teams, zu beurteilen, ob seine athletische Form und vor allem seine neu gefundene Einstellung den Weg zurück in die Liga ebnen können. Seine private Trainingseinheit in Las Vegas bot eine letzte Gelegenheit, sich selbst ein Bild zu machen.