Nico Schlotterbeck wird Deutschland und dem BVB nach seinem gegen die Elfenbeinküste erlittenen Innenbandriss im linken Sprunggelenk lange fehlen. Doch wie lange genau?
Dazu haben die Ruhr Nachrichten Professor Christian Lüring, Orthopäde und Unfallchirurg am Klinikum Dortmund, befragt. «Damit muss man mindestens rechnen», betonte der Mediziner mit Blick auf eine Ausfallzeit von drei Monaten.
Der Heilungsprozess erfordert nun Geduld. Das betroffene Band müsse laut Lüring «erst einmal verheilen» und in den kommenden sechs Wochen durch eine Orthese oder eine Schiene stabilisiert werden.
Erst nach dem Ablauf dieser Phase könne das Sprunggelenk schrittweise wieder belastet werden. «Deshalb muss man mit mindestens drei Monaten rechnen», bekräftigte der Experte.
Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt den Dortmundern jedoch erhalten, da der 26-Jährige nach der Aktion zunächst noch eine Zeit lang auf dem Platz gestanden hatte. Für den Chirurgen ist dieser Umstand positiv zu bewerten: «Das spricht eher dafür, dass die Verletzung nicht maximal schwerwiegend ist.»
Schlotterbeck wird Bundesligastart verpassen

An den personellen Konsequenzen für die Borussia ändert dies vorerst nichts. Der Innenverteidiger wird die komplette Vorbereitung auf die neue Spielzeit verpassen.
Auch Einsätze im Supercup gegen den FC Bayern München sowie beim Auftakt der Bundesligasaison sind damit ausgeschlossen. Ein realistisches Comeback im BVB-Trikot zeichnet sich wohl erst nach der Länderspielpause Ende September ab.
Trotz des vorzeitigen Aus bei der WM wird Schlotterbeck vorerst nicht nach Dortmund zurückkehren, sondern im Quartier des DFB-Teams in den USA verbleiben. «Er wird die Mannschaft unterstützen und die Mitspieler mit führen, auch für den Teamgeist», erklärte Sportdirektor Rudi Völler.
WM-Aus für Schlotterbeck: «Es tut mir unendlich weh»
Die emotionale Tragweite der Verletzung wurde auch im familiären Umfeld deutlich. Bruder Keven Schlotterbeck, der das Spiel im Stadion in Toronto live verfolgte, äußerte sich bei MagentaTV sichtlich mitgenommen: «Es tut mir unendlich weh, dass die WM vorbei ist für ihn.»
Der 29-jährige Profi des FC Augsburg ergänzte: «Ich weiß, dass Nico ein harter Hund ist. Dadurch, dass er nicht sofort aufstand, ist es auch nicht so einfach für den großen Bruder.»

