Vor dem entscheidenden WM-Gruppenspiel Uruguays gegen Spanien droht die Situation völlig zu eskalieren.
Wie der heimische Radiosender El Espectador Deportes berichtet, ist ein heftiger interner Streit zwischen Nationaltrainer Marcelo Bielsa und der Mannschaft ausgebrochen, der in einer handfesten Rebellion der Führungsspieler gipfelte.
Auslöser der Verwerfungen im WM-Quartier ist laut dem Bericht eine tiefe Unzufriedenheit innerhalb des Kaders über die Trainingssteuerung des Altmeisters. Eine Gruppe von vier Führungsspielern, angeführt von Kapitän Federico Valverde, suchte demnach das direkte Gespräch mit Bielsa.
Die Profis machten die hohe Intensität der Übungseinheiten für die Kraftlosigkeit und die grassierenden Verletzungsprobleme während des bisherigen Turniers verantwortlich. Als die Mannschaft im Anschluss auch noch die taktische Ausrichtung für das bevorstehende Endspiel gegen den Gruppenfavoriten Spanien offen anzweifelte, eskalierte die Situation in einer anberaumten Krisensitzung.
Ronald Araujo schimpft: «Nicht mehr auszuhalten»

In der rund 45 Minuten andauernden Ansprache duldete Bielsa angeblich keinerlei Widerworte und pochte auf die Umsetzung seiner Philosophie. Diese Haltung stieß bei den Nationalspielern jedoch auf Widerstand.
Mehrere Akteure verweigerten dem Vernehmen nach die Gefolgschaft, standen mitten während Bielsas Rede auf und verließen vorzeitig den Raum. Innenverteidiger Ronald Araujo vom FC Barcelona machte seinem Ärger dabei lautstark Luft. «Hoffentlich erreichen wir die nächste Runde, aber es ist einfach nicht mehr auszuhalten», soll der 27-Jährige geschimpft haben.
Großer Druck lastet auf Uruguay
In Uruguay hat diese Enthüllung eine Welle der Entrüstung und hitzige Debatten ausgelöst. Viele Anhänger der Himmelblauen sprangen ihrem Coach in den sozialen Netzwerken zur Seite und warfen dem Sender gezielte Stimmungsmache vor.
Bielsa gilt im Verhältnis mit den heimischen Medienvertretern seit jeher als unnahbar und unbeliebt, weshalb ein Großteil der Fans ein bewusstes Störfeuer vermutet.
Unabhängig vom Wahrheitsgehalt der Interna bleibt die sportliche Ausgangslage prekär: Uruguay wirkte in den ersten beiden Partien fragil und steht im Duell mit Spanien unter großem Druck, um das drohende Vorrunden-Aus in einer vermeintlich leichten Gruppe noch abzuwenden.

